Wissenswertes über die Liebfrauenkapelle in Fraureuth

1896 kam es in Fraureuth zur Gründung eines katholischen Vereins. Gottesdienste wurden 40 Jahre lang im Tanzsaal des "Schützenhauses" gehalten.

1908 kaufte die Kirchgemeinde ein Kirchbaugrundstück gegenüber der Post. Dieses Grundstück wurde von den Gemeindegliedern gärtnerisch genutzt.

1929 erfolgte der Tausch des Grundstückes mit dem heutigen Grundstück an der Werdauer Straße, welches eine Größe von 4.000 qm hatte und damals 8.000 Mark kostete.

1930 wurde ein Kirchenbaukomitee unter Vorsitz von Malermeister Max Wartinger gegründet, nachdem die Kirchgemeinde ab 1. 1. 1927 vom Werdauer Pfarrer Johannes Kirschenbauer seelsorgerisch betreut wurde. Der Ort verblieb aber wie bisher beim zuständigen Pfarramt Greiz. Dieses gab seine Zustimmung zum Bau der Kapelle, wenn Werdau alle Kosten übernimmt.

Am 19. 7. 1931 fand die Grundsteinlegung durch Pfarrer Johannes Kirschenbauer statt.

22. 7. 1931 - Richtfest

23. 8. 1931 - Glockenweihe der 2 Bronzeglocken aus der Werkstatt Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher in Westfalen durch Pfarrer Johannes Kirschenbauer. Im Dezember 1941 mußte die große Glocke als Rüstungsmaterial abgegeben werden.

1954 kam eine neue Bronzeglocke von der Glockengießerei Franz Schilling & Söhne / Apolda mit den gleichen Daten wieder hinzu, aber mit einer anderen Inschrift

29. 11. 1931 - 1. Advent - BENEDIKTION (Segnung) der Liebfrauenkapelle durch Erzpriester Johannes Rücker aus Zwickau.

Der Name der Kapelle "Liebfrauen" entstand in Anlehnung an die Entstehungsgeschichte des Ortsnamens Fraureuth, welcher die Madonna - Mutter mit Kind - im Wappen führt und diese Figur "Unsere liebe Frau" schon als Schutzpatronin erkoren hatte.

Mit ihrem gewölbten Dach vermittelt die Kapelle einen künstlerischen Eindruck. Dieser wird durch die selten vorkommende Rautennetzdachkonstruktion hervorgerufen. Auf dem freitragenden Dach sitzt ein Dachreiter, in dem das Geläut der Kapelle untergebracht ist. Rautennetzdach sowie Dachreiter wurden von einer Dortmunder Baugesellschaft hergestellt. Die erste Dachdeckung übernahm die Werdauer Firma Bernhard Schwab. Im Juli 1932 erfolgte eine Umdeckung des Daches, da es undicht war.

Die Kosten für den Bau der Liebfrauenkapelle und deren Einrichtung, einschließlich Grundstück betrugen damals 35.000 Mark. Finanziert wurde ein Teil vom Bonifatiusverein, 5.500 Mark, der Rest durch die Sammeltätigkeit von Pfarrer Kirschenbauer.

Die Liebfrauenkapelle wurde im Inneren mehrmals umgestaltet. So ist der heute zu sehende Altar bereits der 4. Altar, gestaltet von der Greizer Künstlerin Elly-Viola Nahmmacher.

Das 1. Altarbild des Kunstmalers Heinrich Uhler, Plauen, wurde bei der ersten Umgestaltung der Kapelle 1959/60 erneuert. Bei dieser Darstellung der "Kreuzigung Jesus Christus" handelt es sich um eine pastöse Malerei des Dresdners Künstlers Nawroth. Eine Nachbesserung erfolgte im Jahre 1988 durch den Schönfelser Maler Gerhard Wutzler, der auch 1996 die erneute Auffrischung vornahm.

Nach den Erfordernissen des II. Vatikanischen Konzils wurden zwischen 1970 bis 1974 Altar, Ambo, Kerzenständer, Ewiges Licht und die Mutter Gottes neu- bzw. umgestaltet. Alle Kunstwerke entstammen der Werkstatt der bereits erwähnten Künstlerin Nahmmacher. Die Gottesmutter ist eine vergoldete Bronzefigur.

Den Tabernakel emaillierte ein Künstler aus Berlin. Während der sandsteinerne Taufstein noch aus dem Entstehungsjahr der Kapelle stammt, handelt es sich bei den Bildern der 14 Kreuzwegstationen nicht mehr um die Originale. Sie wurden während der Amtszeit Pfarrer Müllers durch andere ersetzt.

Das 1959/60 eingebaute Orgelpositiv der Firma Jehmlich, Dresden, wurde im Jahre 1995 überholt.

Die letzte Sanierung der Bausubstanz machte sich 1996 erforderlich. Dabei erhielt die Kapelle auch innen und außen wieder einen neuen Anstrich durch die Reichenbacher Malerfirma Rochelmayer.

Ab 11. 7. 1947 wurde Fraureuth eine eigene Seelsorgestelle (Lokalkaplanei).

Am 1. 8. 1992 wurde die Pfarrvikarie Fraureuth durch bischöfliches Dekret aufgehoben. Fraureuth gehört somit zur Pfarrei Werdau, eine Pfarrei mit 2 Kirchen.